Vorstellung der Ankertechniken auf dem Bayernseminar

Am 08.10.2019 bekam Dr. Hellmut Münch die Gelegenheit, seine neuesten Ideen über gängige JJ-Techniken vorzustellen. Er hatte sich gedanklich wieder einmal mit der Entwicklung im deutschen Ju-Jutsu beschäftigt. Ihm missfällt, dass sich das Technik-Angebot auf der einen Seite immer mehr vervielfältigt, auf der anderen Seite selbst Dan-Träger oftmals nicht einmal mehr in der Lage sind, saubere Grundtechniken wie einen aktiven Abwehrblock oder einen sauberen Fauststoß hin zu bekommen. Deshalb hat er sich überlegt, welche Techniken eigentlich die grundlegenden Bewegungsmuster im Ju-Jutsu widerspiegeln, die jeder Jujutsuka können muss, um nicht nur  Gürtelprüfungen souverän bestehen zu können, sondern sich im Ernstfall auch erfolgversprechend verteidigen zu können. Die Idee der „Ankertechniken“ war geboren.

 

In Zusammenarbeit mit Stefan Wörnle, 4. Dan JJ und Burkhard Küfner, 3. Dan JJ wurde gemeinsam ein grundlegendes Technikprogramm erarbeitet, welches Bewegungsanforderungen, Prüfungsanforderungen und die Anforderungen an eine realistische SV berücksichtigt. Dieser Grundstock sollte jedem Jujutsuka geläufig sein und evtl. als Vorkenntnisse abgeprüft werden. Deshalb hier kurz die Auflistung der festgelegten Techniken:

 

  1. aktiver Unterarmblock nach oben außen
  1.  gerader Fauststoß nach vorn
  1. Armstreckhebel zum Boden
  1. Beinstellen
  1. Schulterwurf
  1. Kipphandhebel
  1.  Genickhebel

 

 

Nachdem Hellmut Kontakt zu den bayrischen Entscheidungsträgern aufgenommen hatte, durften Vertreter des KSV Unterwössen diese Idee einem breiteren Publikum im Rahmen des Bayern-Seminars vorstellen, und zwar im Zuge der Kyu- und Dan-Vorbereitung. Hellmut ist dort ohnehin als Trainer eingespannt.

 

Stefan als der Dritte im Bunde hatte leider beruflich bedingt keine Zeit, so dass Hellmut und Burkhard die Vorstellung übernahmen.

Vor den Augen der „Größen“ des bayrischen Ju-Jutsu (Roland Köhler, Präsident des DJJV, 8. Dan / Dieter Meyer, Ehrenpräsident des JJVB, 8. Dan / Hans Sperl, Prüfungsreferent, 6. Dan / Klaus Röhler, ehem. Seniorenreferent, 6. Dan usw.…) und der kompletten Teilnehmer der Kyu- und Dan-Vorbereitung erläuterte Hellmut die Idee der Ankertechniken und worauf gesteigerter Wert gelegt werden sollte. Burkhard führte vor über 100 Interessierten einige Techniken vor und beschrieb, worauf geachtet werden muss, damit sie nicht ihre SV-Effektivität verlieren und zu reinen Choreographien verkommen.

 

Auch bei der Nachbesprechung mit den Größen des Ju-Jutsus war erkennbar, dass sie von den Ausarbeitungen nicht nur sehr angetan waren, sondern im Grunde der dahinter liegenden Idee vorbehaltlos zustimmten. Die Zukunft wird zeigen, auf welch hoffentlich fruchtbaren Boden die Idee der Ankertechniken fallen wird.