Unterwössen. – In der Turnhalle in Unterwössen ging es am Samstag, den 9.Mai 2026 für acht Kampfsportler um den nächsten großen Schritt in ihrer Laufbahn. Bei der bundesweiten Dan-Prüfung der koreanischen Schwertkampfkunst Kummooyeh bestanden gleich fünf Mitglieder des KSV Unterwössen ihre Prüfung zum Schwarzgurt beziehungsweise zum höheren Dan-Grad.
Die Prüfung findet in Deutschland nur zweimal jährlich statt und verlangte den Teilnehmern über dreieinhalb Stunden höchste Konzentration ab. Schon zu Beginn wurde deutlich, wie präzise in dieser Sportart gearbeitet wird: In Einzeltests mussten die Prüflinge zahlreiche festgelegte Schwertformen mit dem Aluschwert zeigen. Schrittfolgen, Schnittwinkel und schnelle Drehungen mussten exakt sitzen. Während die Anforderungen zum 1. Dan noch überschaubar waren, wurden die Technikfolgen zum 3. Dan deutlich komplexer und länger.
Beobachtet wurde jede Bewegung von den drei Prüfern Maik Löhr (5. Dan) aus Wolfenbüttel, Bernhard Fiegl (4. Dan) aus Ismaning und Dr. Frank Düren (4. Dan) aus Grassau. Entsprechend angespannt war die Stimmung in der Halle – auch kleinste Fehler blieben nicht verborgen.
Richtig laut wurde es anschließend beim Sparring mit dem Bambusschwert. Schläge, schnelle Ausweichbewegungen und präzise Konter sorgten für Tempo. Für die höheren Dan-Grade standen dabei deutlich mehr Kombinationen auf dem Programm. Mit voller Schutzausrüstung lieferten sich danach die Teilnehmer intensive Kämpfe, teils sogar gegen zwei Gegner gleichzeitig.
Fast meditativ wirkte dagegen der nächste Prüfungsteil: Intuitives Bogenschießen auf Ziele in zehn beziehungsweise 15 Metern Entfernung. Sechs Pfeile hatte jeder Teilnehmer – und die meisten trafen sicher ins Ziel.
Den spektakulären Abschluss bildete schließlich das Schneiden mit echten Schwertern. Dabei mussten gewässerte, frei stehende Strohmatten mit sauber geführten Schnitten durchtrennt werden. Entscheidend war nicht Kraft, sondern Präzision. Besonders anspruchsvoll: Die Prüflinge zum 3. Dan mussten sogar sogenannte Sechsfachschnitte demonstrieren.
Nach bestandener Prüfung gratulierten die Prüfer den erfolgreichen Teilnehmern persönlich und banden ihnen die neuen Schwarzgurte um. Beim KSV Unterwössen dürfen sich nun Marko Hauber, Jörg Stadter und Stefan Wörnle über den 1. Dan freuen. Max König und Tobias König erreichten den 3. Dan.
KSV-Abteilungsleiter Dr. Frank Düren zeigte sich stolz auf die Entwicklung der noch jungen Sparte: „Zehn Jahre nach der Gründung haben wir inzwischen bereits sieben aktive Dan-Träger im Verein.“
Dass Unterwössen inzwischen auch überregional einen guten Ruf genießt, zeigte sich am Sonntag. Direkt im Anschluss an die Prüfung richtete der Verein noch einen Lehrgang mit rund 25 Teilnehmern aus. Trainiert wurde nicht nur in der Halle, sondern bei bestem Wetter auch auf den Wiesen rund um das Gelände. Prüfer Maik Löhr zeigte sich begeistert: „Wir sind sehr glücklich, wie gut die Prüfung gelaufen ist. Das Training in dieser Landschaft ist einfach beeindruckend.“
Wer die koreanische Schwertkampfkunst selbst ausprobieren möchte, hat dazu am Donnerstag, 21. Mai, sowie am Donnerstag, 28. Mai, Gelegenheit. Das Schnuppertraining beginnt jeweils um 19 Uhr im Schloss Niederfels in Marquartstein.
